Sinn und Zweck des Businessplan als Teil der Unternehmensgründung
Im Zuge der Planung einer Existenzgründung sollte man sich der damit verbundenen Chancen und Risiken bewusst werden. Im Zuge der Überlegungen gilt es also einen Businessplan zu schreiben. Er soll die Geschäftsidee beschreiben, den vorhandenen Markt analysieren und die Realisierung der Geschäftsidee verständlich darstellen, aber auch einen Kapitalbedarf darstellen und die erwarteten Gewinne aus dem Geschäftsbetrieb.
Oftmals wird dem Businessplan nachgesagt, dass er einfach Mittel zum Zweck ist, wenn es um die Bewilligung von Kredit und Förderprogrammen geht, doch auch wenn das stimmt, so ist der Businessplan dennoch eine gute Möglichkeit der ersten Planung einer Unternehmung.
Die Erstellung des Businessplan
Den ersten Einstieg in einen Businessplan zu finden, ist gar nicht einfach. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gibt mit dem Onlinetool Businessplaner einen guten Einstieg in die Thematik.
Im Folgenden versuchen wir den Businessplan in thematische Kapitel zu teilen um diese dann genauer zu beschreiben:
1. Die Produktidee / Geschäftsidee
(In der Regel umfasst dieser Bereich 3 – 4 DIN-A4 Seiten)
Die eigentliche Produktidee muss eben nicht unbedingt eine neue Erfindung sein. Vielmehr geht es um den Wunsch ein Bedürfnis zu befriedigen und eben um die Idee, wie man dieses Bedürfnis befriedigen kann. Hier ist ein vorausschauender Blick auf die Markt- und Wettbewerbssituation angebracht.
Die Geschäftsidee ist dabei der eigentliche Ausgangspunkt eines jeden erfolgreichen Unternehmens, aber auch der erste Meilenstein im Gründungsprozess. Potenzielle Partner und Investoren sollen mit dieser Geschäftsidee überzeugt werden an das Geschäftsmodell zu glauben.
Abgekürzt lässt sich ein Kundennutzen durch Qualität, Zeit und Kosten beschreiben. Eine gute Geschäftsidee überzeugt mit hohen Kundennutzen, klarer Marktorientierung und transparenter Ertragsmechanik.
Folgende Aspekte sollten in diesem Kapitel deutlich ausgearbeitet werden:
- Was ist der Kundennutzen? Welches Problem löst die Geschäftsidee für den Kunden?
- Nicht großartige Produkte oder Dienstleistungen sind der Schlüssel zum Erfolg, sondern einzig und allein zufriedene Kunden
- Idealerweise weist Ihre Geschäftsidee ein Alleinstellungsmerkmal (Unique Selling Proposition) auf
Ein Business- oder Geschäftsplan stellt eine Existenzgründung mit all ihren Chancen und Risiken klar und allgemein verständlich dar. Er beschreibt die Geschäftsidee, analysiert den dafür vorhandenen Markt, plant das Vorgehen bei der Realisierung, schätzt den Kapitalbedarf ab und gibt eine Voraussage auf zu erwartende Gewinne.
2. Das Unternehmerteam oder die Gründerperson
(Auch hier gelten 3-4 DIN-A4-Seiten als angebracht)
Die Gründerperson oder das Team sind entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg einer Unternehmung. Deren Zusammensetzung, Qualifikation und die Aufgabenverteilung sollte in diesem Kapitel beschrieben werden. Wichtig ist, dass man dem Unternehmen uneingeschränkt zur Verfügung steht und keinen wesentlichen anderen Aktivitäten außerhalb des Unternehmens nachgeht.
Hier darf man sich gerne allen Teilgebieten eines Betriebes widmen und darstellen, wer welche Aufgabe übernehmen wird, und welche Lücken extern vergeben werden. Solche Teilgebiete können z.B. Finanzierung, Einkauf, Vertrieb, Marketing, Werbung, Finanzbuchhaltung usw. sein.
Wichtig bei einer solchen Darstellung ist, dass man eben alle Tätigkeiten bedacht hat und das es eben keine Schande ist bestimmte Aufgaben auszulagern (z.B. Steuerberater, Werbeagentur usw.).
Eine kleine Checkliste:
- Alle Tätigkeiten sind abgedeckt
- Teammitglieder verfügen in den zugedachten Aufgaben relevante Erfahrungen
- Teammitglieder haben bereits erfolgreich zusammengearbeitet oder schon in anderen Teams Ihre Teamfähigkeit bewiesen
- Team kennt seine Schwächen und ist bereit diese auszugleichen
- Ein Teammitglied kann ausfallen ohne das Projekt zu gefährden (Plan B)
- Eigentumsverhältnisse und Anteile am Unternehmen sind geklärt und klar definiert
- Alle Mitglieder wollen Erfolg, haben ein gemeinsames Ziel und stehen voll hinter dem Vorhaben
- Alle Teammitglieder sind sich bewusst in den ersten Jahren finanziell schlechter zu stehen, als vor der Gründung
3. Marketing – Zielgruppe und Marktanalyse
(auch hier sind 3-4 Seiten sinnvoll)
Grob bezeichnet Marketing alle Versuche in der Wirtschaft Bedürfnisse potenzieller Kunden zu identifizieren und in die Entscheidungen der eigenen Unternehmung einzubeziehen. Dadurch können die gesetzten Unternehmensziele besser erreicht werden.
Zielgruppe – Erkennen und Eingrenzen
Eine Zielgruppe einzugrenzen kann über mehrere Faktoren funktionieren, aber es gilt auch zu beachten, dass viele Geschäftsideen auch mehrere Zielgruppen ansprechen.
Sie sollten wissen, was Ihre zukünftigen Kunden brauchen oder wollen und eben daraus ergibt sich auch Ihre Zielgruppe. Innerhalb der Marktforschung werden solche Zielgruppen oft nach äußerlichen Kriterien klassifiziert, wie z.B. soziodemografischen, finanziellen und anderen Faktoren.
Eine Zielgruppe macht aber mehr aus. Sie definiert Menschen mit gleichen Bedürfnissen und Problemen. Kunden wünschen sich eigentlich keinen Schlagbohrer, sondern ein Loch in der Wand, oder eben auch keinen Rasenmäher, sondern einen gemähten Rasen. Hier kaufen Sie das Mittel zum Zweck und so sollte man die Zielgruppe nach Problemen und Wünschen beschreiben. Erst nachdem man sich über diese Probleme und Wünsche bewusst ist, sollte man weiter eingrenzen nach Kaufkraft, Geschlecht, Region, Alter usw.
Marktanalyse – Potenzial, Volumen und Wachstum
Die Marktanalyse stellt die aktuelle Marktsituation dar und so spricht man auch gerne von einer Zeitpunktbetrachtung. Hierbei werden die Daten betrachtet, die aktuell sind und für Entscheidungen herangezogen werden können.
Die Daten kommen entweder aus internen Quellen (z.B. Verkaufszahlen, Produktionskosten usw.) oder aus externen Daten (z.B. Bundesamt für Statistik, aktuelle Presse, Bundesanzeiger usw.). Um den Markt zu analysieren können folgende Punkte helfen:
- Marktpotenzial: Gesamtheit des Absatzes für ein Produkt
- Marktvolumen: Realisierte Absatzmenge vergleichbarer Produkte
- Marktwachstum: Veränderung des geschätzten Marktvolumen und Marktpotenziales
- Absatzvolumen: Absatzmenge eines Unternehmen bezogen auf das angebotene Produkt
- Marktanteil: Verhältnis von Absatzvolumen zu Marktvolumen in Prozent
- Wer sind die wichtigsten Anbieter / Wettbewerber am Markt?
- Welchen Marktanteil vereinen diese?
- Wie gehen die Haupt-Wettbewerber vor? Welche Stärken und Schwächen haben sie?
- Kann ein anderer Anbieter mit einem ähnlichen Produkt auf den Markt kommen? Wie schnell kann das gehen? Kann sich das auf meinen Geschäftserfolg auswirken?
Produktanalyse – Vergleich zur Konkurrenz
Innerhalb der Überlegungen sollte das eigene Produkt auch mit denen von Konkurrenzunternehmen verglichen werden. Das eigene Produkt sollte mit dem Konkurrenzprodukt verglichen werden. Es empfiehlt sich vor allem die Gegenüberstellung von folgenden Faktoren:
- Qualität
- Preis
- Leistung
- Funktionalitäten
- Design
- usw.
4. Geschäftssystematik oder Wertschöpfungskette
5. Realisierung
6. Chancen und Risiken
7. Finanzierung
8. Executive Summary – Die Zusammenfassung
Tags: Businessplan, Geschäftsplan, startup









Kommentare
Bisher keine Kommentare...